Sammelzeit

Frühling ist Sammelsaison. Die Slow-Made Mischungen "Wildkräuter-Pur" sowie "-Extra" beinhalten je 11 Pflanzen.

Hier erfahren Sie für das Jahr 2020, welche ich wann gesammelt habe.

 

15.03.20, Bärlauch

Da der Winter praktisch nicht stattgefunden hatte, spross der Bärlauch extrem früh.

Das Sammeln habe ich bereits Mitte März abgeschlossen, wo ich in anderen Jahren erst startete.

Weil die Blätter aber viel Zeit brauchen bis sie trocken sind, geht es noch eine Weile bis die vorgetrocknete Blätter fertig getrocknet sind.

15.03.20, Bärlauch

22.3.20, Wiesenlabkraut

Zurzeit strömt ein dezenter Kumarin Geruch aus meinem Trocknungsapparat.

Der beste Zeitpunkt um das Wiesenlabkraut, das auf fast jeder Wiese wächst, zu sammeln, hat begonnen. Jetzt sind die filigranen Blätter schon voll entwickelt, der Stängel aber noch kurz und weich.

Wenn man später sammelt, ist erstens das Blatt-Stiel Verhältnis ungünstig und zweitens wächst dann das Gras schon so üppig, dass das Labkraut-Sammeln mühsam wird.

22.3.20, Wiesenlabkraut

7.4.20, Gundelrebe

Bevor bald gleich mehrere Pflanzen soweit sind, ist im Moment alleine die Gundelrebe knapp genügend gross, dass sich für mich das Sammeln lohnt.

In einer Kuhweide habe zwar kleine, aber viele schöne Pflanzen gefunden und sie geerntet bevor die Kühe kommen oder das schnell wachsende Gras sie überdeckt.

Die Gundelrebe mit ihren blau-violetten Blütchen bleibt zwar auch, wenn sie ausgewachsen ist, eine ziemlich kleine, zierliche Pflanze. Beim Zerreiben verströmt sie aber
einen solch intensiven Duft, dass sich das Sammeln auf jeden Fall lohnt.

Es ist eine Pflanze, die schon seit sehr langer Zeit verwendet wird - vor dem "Reinheitsgebot" z.B. auch zum Bier brauen.

7.4.20, Gundelrebe

13.4.20, Taubnessel

Es war noch Winter, da konnte man Taubnesselblätter entdecken, die sich flach an den Boden gelegt hatten und zum Essen sicher noch kein Genuss waren.

Und plötzlich steht sie aufrecht, blühend da. Gerne warte ich mit dem Sammeln etwas ab, bis sich die Hummeln an den wunderbaren, violetten Blüten bedient haben. Es gibt verschiedene Taubnesseln.

Ich sammle jetzt die "gefleckte Taubnessel", welche die bekannteste ist und meist an Wald- und Heckenrändern vor kommt. Etwas später werde ich dann die gelb blühende Goldnessel sammeln, die nur mitten im Wald wächst.

Taubnesseln schmecken frisch und roh etwas eigenartig, gekocht oder getrocknet aber sehr gut. Die "rote Taubnessel", die oft auf Äckern vor kommt und gerne mit der "gefleckten Taubnessel" verwechselt wird, lasse ich wegen ihres zu strengen Geschmacks allerdings stehen.

13.4.20, Taubnessel

17.04.20, Giersch, Geissfuss

Und endlich ist der Giersch dran.

Er wächst z.T. Flächen deckend im Wald aber auch in Gärten - meist zum Leidwesen der Gärtner. Die ersten grünen Blätter sind schon seit einiger Zeit zu sehen und eignen sich ganz jung als Salat und später zum Kochen.

Die einzelnen Pflanzen sind im Wuchs aber sehr unterschiedlich weit fortgeschritten, so dass sich das Sammeln für mich erst jetzt lohnt.

Vom Giersch lassen sich grössere Mengen sammeln, weshalb ich ihn auch einzeln verkaufe, er aber vor allem ein wichtiger Bestandteil in der Mischung "Wildkräuter-Pur" ist.

17.04.20, Giersch, Geissfuss

22.04.20, Wiesenbärenklau

Jetzt geht es Schlag auf Schlag und ich könnte gleich mehrere Wildkräuter gleichzeitig sammeln.

Der Wiesenbärenklau (nicht zu verwechseln mit dem Riesenbärenklau) könnte zwar durchaus noch etwas warten und wachsen. Aber weil er eben in Wiesen oder in Weiden wächst, muss ich schon jetzt ernten.

Ansonsten laufe ich Gefahr, dass die Wiese plötzlich abgemäht ist oder Schafen in der Weide sind. Abgesehen davon, dass ich sowieso nicht in einer Weide sammle, wo Tiere sind, würden Schafe (vermutlich auch Kühe) als allererstes alle Wiesenbärenklau Blätter fressen, denn das ist ihre Lieblingsspeise, was ich gut verstehen kann.

Die frischen Blätter, Triebe und vor allem auch Blattstängel sind roh oder gekocht eine aromatische Delikatesse. Vergleichbar mit dem Giersch, sammle ich auch vom Wiesenbärenklau grössere Mengen, was dank den grossen Blättern auch gut möglich ist.

22.04.20, Wiesenbärenklau

23.04.20, Wiesensalbei

Der Wiesensalbei mag es sonnig und warm.

Das jetzige Wetter passt ihm also bestens und so hat er bereits angefangen zu blühen. Seine tief blauen Blüten sieht man von weitem.

Es lohnt sich mit der Ernte nicht länger zu warten, denn sonst verwandeln gefrässige kleine Käfer die Blätter in Löchersiebe.

Ich schneide immer nur die Blätter, den Stängel lasse ich stehen. Das ist aufwendig und braucht Zeit, doch Wiesensalbei muss unbedingt in die Mischung.

Grün schmeckt er nicht besonders und auch nicht nach Salbei. Getrocknet ist er mild würzig.

23.04.20, Wiesensalbei

27.04.20, Rossminze

Es gibt verschiedene wilde Minzen.

Es war für mich von Anfang an klar, dass Minze, in nicht zu grosser Menge, in meine Wildkräutermischung gehört.

Vom Geschmack und auch von den Mengen her, die man in der Natur findet, eignet sich eigentlich nur die Rossminze.

Sie ist ähnlich behaart wie die Apfelmize im Garten und liebt eher feuchten Boden. Sie kann flächendeckend vorkommen.

Leider wird sie auch von allerhand Käfern geliebt, die die Blätter abknabbern und ihre winzigen Eier an die Blattunterseite heften.

Je nach Standort und Zeitpunkt ist der Befall sehr unterschiedlich, weshalb ich für das Sammeln gut beobachten und im richtigen Moment handeln muss.

27.04.20, Rossminze

10.05.20, Brennessel

Und jetzt ist die Zeit da, die "Königin" und Hauptzutat meiner Mischung zu sammeln.

Weil sie auch ästhetisch eine schöne Pflanze ist, ziert ihr halbes Blatt sogar das Slow-Made Logo.

Brennessen kann man einerseits in grossen Mengen schnell sammeln (zwar mit Handschuhen aber ohne sich zu bücken).

Andererseits ist sie gesundheitlich sehr wertvoll und hat einen guten Geschmack im Essen (im Tee ?).

Sie lässt sich sehr schnell trocknen und einfach verarbeiten. Getrocknet brennt sie natürlich nicht mehr. Ich verwende jeweils nur die Spitzen und lasse die Stängel stehen.

10.05.20, Brennessel

25.05.20, Waldziest

Der Waldziest sieht der Brennessel optisch verblüffend ähnlich solange er noch nicht blüht.

Die violetten Lippenblüten unterscheiden in dann aber deutlich von der Brennessel. Auch wenn man die Blätter berührt, spürt man sofort den Unterschied.

Nicht nur dass sie nicht brennen, sie sind auch fein wie Samt und federleicht.

Zudem kann man einen feinen aber unverkennbaren Geruch nach Harz und Steinpilzen wahrnehmen. Eine unauffällige aber erstaunliche Pflanze.

25.05.20, Waldziest

20.06.20, Dost

Der Dost wird auch wilder Majoran genannt, wobei vom Erscheinungsbild her "wilder Oregano" richtiger wäre.

Er ist sehr aromatisch, jedoch längst nicht so intensiv, wie sein enger Verwandter aus dem Mittelmeerraum.

Der Dost mag es voll sonnig und warm. Da er spät blüht, hat er nur an Standorten eine Chance, wo auch spät oder selten gemäht wird. Dort aber kann er sich stark vermehren.

Am aromatischsten wäre er wohl in voller Blüte, doch schneide ich ihn kurz davor, wenn seine Blätter noch schön sind.

Der Dost macht den duftenden Abschluss beim Sammeln meiner 11 Wildkräuter.

20.06.20, Dost